Schälespiel
An dem alten Ulmer Glücksspiel, dem "Schäle-Spiel", das vor allem bei den Maifesten in der Friedrichsau und beim Spittelmarkt gespielt wurde, hatte Alt und Jung seine Freude. Dieses Spiel wurde so genannt, da dabei Tassen, Teller, Vasen, Glasschalen und -krüglein, Glas- und Porzellanfiguren, Kinderlümmel (= Saugflaschen) und ähnliche Gewinne lockten.
"Auf einer quadratischen schwarzen Wachstuchplatte waren in 9 ebenfalls quadratischen Feldern Figuren gemalt: Jäger, Hund und Hirsch, Adler und Herz, Bauer und Bäurin, Hänsel und Gretel. Vor den Mitspielenden musste jedes das von ihm gewählte Bild mit einem Kreuzer besetzen. Sind alle Bilder besetzt, so lässt die Spielhalterin durch einen schraubenförmig durchbrochenen senkrechten Cylinder eine Art Würfel mit 9 glatten Flächen auf denen die gleichen Bilder wie auf dem Wachstuch gemalt waren, herabrollen. Wann der Würfel zum Stillstand kam, so hatte diejenige Person gewonnen, deren besetztes Bild mit dem obersten des Würfels im Einklang war. Der Gesamteinsatz von 9 Kreutzer gehörte der Spielhalterin, die gewinnende Person durfte sich einen Gegenstand aus der keramischen Kunstausstellung auswählen."
So wird es in "Der Spittelmarkt vor 70 Jahren" beschrieben, aus den Ulmischen Blättern Nr. 9 vom 15.06.1925.
Die Beliebtheit dieses Spiels spricht auch aus dem folgenden Auszug aus einem Gedicht in der Schnellpost vom 25. Mai 1842:
„Komm an das Schäle - Spiel und nimm den Koburger Sechser -
Nein, diesen guten hier nimm', Schlechtes kommt immer von selbst.
Setz auf den Adler, den Bauer, den Hirsch und den Hund und den Jäger
Hei - wie er abgeht, der Satz, nichts bleibt übrig zum Rest!
Geht einst der Schatz wie der Satz so hast du dein Spielchen gewonnen".
Aktuelles
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Die Stadt Ulm, Zentral-
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